Eine Interpretation des Lebens

Hier möchte ich Bücher vorstellen, die ich für lesenswert halte :-)

 

> Hansen, Eric T. 2006: Planet Germany Eine Expedition in die Heimat des Hawaii-Toasts, Fischer Taschenbuch Verlag.

Buchrücken: In seinem neuen Buch nimmt der Amerikaner Eric T. Hansen rund ein Dutzend typische hiesige Eigenschaften unter die Lupe und macht eine erstaunliche Entdeckung: Die Deutschen sind ganz anders, als sie die Welt gerne glauben machen möchten.

Warum tun sich die Deutschen so schwer mit ihrer Identiät? Weil sie sonst keine Deutschen wären, meint Eric T. Hansen, der seit nunmehr zwarnzig Jahren das nasskalte Deutschland dem sonnigen Hawaii vorzieht. Was er in diesen Jahren über uns Deutsche herausgefunden hat, ist oft komisch, gelegentlich verblüffend, aber immer erhellend, klug und unterhaltsam:

Warum wir zwar den VW-Käfer erfinden, aber keinen lustigen Filme über ihn drehen können.

Warum wir aus ein, zwei toten Dichtern dermaßen Kult machen, dass man fast glaubt, wir würden sie auch lesen.

Warum wir gern beim gepflegten Pils darüber meckern, dass man hierzulande nicht versteht, das Leben zu genießen.

Warum wir Wert darauf legen, die Einzigen zu sein, die wirklich was aus unserem Hitler gelernt haben.

Warum wir tief im Herzen wissen, Nörgeln ist ein Zeichen überlegener Intelligenz.

(Quelle: Hansen 2006)

 

> Kuegler, Sabine 2005: Dschungelkind, Droemer Verlag.

Buchrücken: Was uns unvorstellbar scheint - Sabine Kuegler hat es erlebt: Als Tochter deutscher Forscher verbrachte sie ihre Kindheit mitten im Dschungel von West-Papua, bei einem vergessenen Stamm von einstigen Kannibalen.

Bis sie siebzehn war, kannte sie keine Autos, kein Fernsehen und keine Geschäfte. Sie spielte nicht mit Puppen, sondern schwamm in wilden Flüssen, aß Krokodilfleisch und Würmer - und erlebte schon früh die alten Rituale des Tötens. Die Natur war ihr Spielplatz, der Dschungel ihre Heimat, der Himmel ihr Dach.

"Im Verlorenen Tal, bei einem vergessenen Volk, war ich glücklich. Im Rest der Welt fühlte ich mich wie eine Verlorene." (Sabine Kuegler)

Sabine Kueglers Geschichte beginnt, als sie mit fünf Jahren als Tochter deutscher Sprachforscher und Missionare nach West-Papua (Indonesien) kommt - zu einem Stamm, der heute noch wie in der STeinzeit lebt. Mitten im Urwald bauen ihre Eltern für sich und ihre drei Kinder ein Haus, erreichbar nur auf dem Luft- oder Wasserweg.

Für das kleine blonde Mädchen ist der Dschungel eine Liebe auf den ersten Blick. Sie lernt zu jagen, zu klettern und die Sprache der Einheimischen. Sie weiß, wie man mit Pfeilen Giftspinnen schießt und wie man ohne Streichholz Feuer macht. Anstatt Pommes isst sie geröstete Insekten. Sie lernt, wie brutal die natur sein kann - aber auch, was Krieg und Has zwischen Menschen bedeuteten. Bei dem einst kannibalischen Volk der Fayu wird jedes Vergehen mit dem Tod bestraft. Und doch werden die Kinder dieses Stammes für Sabine Brüder und Schwestern.

Mit 17 Jahren wird Sabine auf ein Schweizer Interneat geschickt, um ihren Schulabschluss zu machen - einkatastrophaler Einschnitt für sie. Alles ist neu - wie man einkauft, wie man Menschen begrüßt, wie man eine Straße überquert. Heute, nach Jahren in der Zivilisation, hat sie sich äußerlich gut angepasst. Doch immer ist da Heimweh, eine Sehnsucht, die ständig in ihr brennt. Sie wird zurückkehren in den Dschungel, um für sich gerauszufinden: Wo gehöre ich hin? Wer bin ich eigentlich, Fayu oder Europäerin?

Eine der ungewöhnchsten Lebensgeschiten unserer Zeit.

(Quelle: Kuegler 2005)

 

> Sick, Bastian 2004: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod Ein Wegweiser durch den Irrgarten der deutschen Sprache, Kiepenheuer & Witsch.

Buchrücken: Die deutsche Sprache kennt zwar nur vier Fälle, dafür aber über tausend Zweifelsfälle. Heißt es Pizzas oder Pizzen? Gewinkt oder gewunken? Wann schreibt man Storys und wann Stories? Hat der Genitiv noch eine Chance - trotz des Dativs und dem Dativ zum Trotz?

Dieses Buch präsentiert die großartige Spiegel-Online-Kolumme "Zwiebelfisch", die Woche für Woche Leser amüsiert, schockiert, belehrt und begeistert.

Die oder das Nutella - diese Frage hat schon viele Gemüter am Frühstückstisch bewegt. Der, die, das - wieso, weshalb, warum? Ob Nutella nun weiblich oder sächlich ist, ist sicherlich keine Frage auf Leben und Tod, aber eine Antwort hätten wir schon gern. Wir? Ja, wir hilflos Verlorenen im Labyrinth der deutschen Sprache. Wir, die wir unsere liebe Not mit der deutschen Sprache haben. Und leichter, verständlicher oder zumindest nachvollziehbar ist es nach der Rechtschreibreform auch nicht geworden.

In seinen hinreißend komischen und immmer klugen Kolummen bringt Bastian Sick Licht ins Dunkel der deutschen Sprachregelungen und sortiert den Sprachmüll. Ist der inflationören Verwendung von Bindestrichen noch Einhalten zu gebieten, angesichts von Spar-Plänen und Quoten-Druck? Versinken wir sprachlich gesehen nicht längst im Hagel der Apostrophe, wenn Känguru's plötzlich in den Weiten Australien's leben? Derlei Unsinn scheint nicht mehr aufhaltbar, wenn es nicht dieses Buch gäbe. Darauf zwei Espressis!

"Man spürt das Vergnügen, das der Umgang mit gutem Deutsch bereitet." FAZ

"Wo der Duden nicht weiter weiß, weiß Sick Rat." Saarbrücker Zeitung

(Quelle: Sick 2004)